Vorbereitung vorm Gig
Bereite dich vor Showbeginn vor. Konzentriere dich auf die ersten Beiträge/Ansagen. Erledige deinen Toilettengang.
Sorge für Taschentücher und Getränke auf der Bühne. Sind alle Musiker da, die Instrumente gestimmt, Wege frei,
eingesetzte Batterien fit, Ersatzplecs greifbereit, Bekleidungsutensilien ready to go? Hast du die Setliste am Start?
Haben alle Musiker, DJ, FoH-Mann eine Setliste? Ist alles am Strom, was Strom benötigt? Wissen alle Beteiligten den Ablauf, ihr todo’s?
Musikerleben
Genieße die Zeit. Genieße, dass du als Musiker aktiv sein sein kannst, Geld verdienen, Leute treffen kannst. Es gibt immer Zeiten mit Stress,
Kuriositäten und Pannen. Selten klappt alles wie geplant. Später werden diese Erlebnisse in Schilderungen zu Legenden, werden wie Heldentaten gefeiert.
Auf der Bühne: Habt Spaß! Hat die Band Spaß überträgt sich das aufs Publikum, alle feiern ab. Energie ist wichtiger als jeden Ton perfekt zu bringen.
Vorbereitung
Bereite dich so gut wie möglich auf Proben und Gigs vor.
Halte ein Standard-Programm aktuell in deinem Repertoire, das du jederzeit abrufen kannst. So kannst auch kurzfristig einspringen,
wenn jemand ausfällt, oder ein Stau dir eine Einsatzmöglichkeit verschafft.
Gefühl Timing Respekt
Jeder Song hat eine eigene, richtige Gefühlslage. Zusammen mit dem richtigen Tempo erreicht er die Menschen.
Das ist der Unterschied zwischen Musik und Geräusch. Jeder Ton hat Respekt verdient. Gib den Noten den verdienten Raum.
Zwischen Tönen gehören angemessende Pausen - keine Hektik.
Nicht VIELE Töne erreichen den Hörer, sondern die richtigen, im richtigen Timing, mit dem richtigen Gefühl, richtigen Pausen.
Tempo
Wenn bspw. aus Nervosität das Tempo angezogen wird, wirkt es bemüht, hektisch, falsch und gefühllos. Helft euch als Band, Z.B. kann der Drummer mit Click spielen - auch schon bei Proben.
Alkohol / Job
Wenn du meinst eine Schüchternheit damit abzulegen ist dies das falsche Mittel. Alkohol macht dich nicht besser. Er erhöht deine Fehlerquote, senkt die Selbstkontrolle,
du bist fehlertoleranter. Du betrügst deine Selbstreflektion, deine Mitspieler, das Publikum, die Bewirtung.
Wenn überhaupt trinken, dann nur moderat. Das Tresenpersonal hat dich auch diesbezüglich immer mit im Visier. Du riskierst damit Re-Jobs.
und damit auch Einkünfte deiner Mitmusiker. Und niemals wenn noch fahren musst.
Würdest du wollen, dass dein Zahnarzt betrunken arbeitet? Eben!
Spielefreude – immer
Auch wenn das Publikum handverlesen ist, oder vielleicht auch kaum Leute da sind: Spielt als Band mit Freude, versucht eine Zuhörer-Verbindung zu schaffen.
Jeder Einzelne hat seinen Eintrittsobolus hingelegt und für Entertainment bezahlt. Außerdem weißt du nie, ob vielleicht ein Booker für die nächste Tour anwesend ist,
oder du für eine andere Show gecastet wirst.
Keine toten Pausen!
Vermeide Pausen in denen nichts passiert, keine Kommunikation mit dem Publikum ist. Nach dem Song: Blickkontakt, Dank für den Applaus, dann kommen Worte von der Bühne,
oder es passiert eine Bühnenaktion. Lasst nicht mehr als drei tote Sekunden entstehen. Ihr seid Unterhalter, sorgt für Entertainment, führt durch den Abend.
Alternativ: Songs verbinden, z.b. kann der Trommler gleich mit „four on the floor“ weiter führen, von Gitarren gleich das nächste Einsteigerriff kommen.
FoH<Lautstärke>Musiker
Der Mixer bekommt von der Bühne Signale, die durch ihn verstärkt und veredelt werden, die idealerweise niemals lauter sein sollen als die PA.
Musiker auf der Bühne machen sich deshalb so leise wie möglich, dient ja auch dem Ohrschutz. Das lauteste Naturinstument auf der Bühne ist das Drumkit. Wenn da jemand richtig reinkloppt,
müssen sich die anderen anpassen, um sich noch hören zu können. Falsche Töne sind auch nicht ideal für den Tonmann.
Brachiale Lautstärke kann man dem Publikum nicht zumuten.
Einige Bands versuchen mit InEar Monitor Lautstärke zu eliminieren. Das klappt beim Gesang, Keyboard u.a. gut.
Aber eben nicht immer, Bass oder Gitarre klingt da meist sch..nicht so schön. zu oberst steht die Bühnenperformance, jeder Musiker muss sich gut hören.
Die Aufgabe des FoH’s ist es dieses so gut wie möglich in den Saal zu bringen. Da wird Kompromissfähigkeit von allen Seiten gefordert. Band=Performer,
FoH=Dienstleister für die Band, gemeinsam=Dienstleister für die Veranstaltung.
Merke: Musik ist entweder zu laut, oder viel zu laut.
Hör nie auf zu lernen
Höre dir Musik aus anderen Genres an. Gehe zu anderen Shows, triff andere Musiker, tausche Erfahrungen aus. Nutze auch das Internet als Lernquelle.
Interaktion <> Publikum
Kommunikation integriert die Menschen in die Show. Das ist der Charme kleinerer bis mittlerer Venues. Manche Sänger gehen ins Publikum, lassen mitsingen,
geben „High-Fives“. Für viele große und kleine Kinder ist es ein Highlight das nie vergessen wird.
Aufräumen
Haltet Backstage, Garderobe und Bühne einigermaßen sauber. Hinterlasst kein Schlachtfeld. Dass ihr coole Rocker seid, zeigt ihr auf der Bühne.
Aufräumen kostet den dafür Verantwortlichen Zeit, sorgt für schlechten Ruf und kann ein Re-Booking gefährden.
Spielt für die Leute
Als Coverband spielt ihr das, was die Leute hören wollen. Im Entertain-Business wollt ihr als Band die Gesellschaft bespaßen, die Party rocken.
Achtet darauf, ob die Vorbühnensteherinnen evtl. tanzen wollen, und ihr als Band das Feld bedient, was aktuell beliebt ist und dazu animiert.
Gibt es Songs zum Mitgesingen, ist das in der Setliste? Alle sollen eine gute Zeit haben, ihr tragt wesentlich dazu bei. Ihr seid Dienstleister.
Aufnehmen
Niemand ist ein härterer Kritiker als man selbst. Nehmt auf - es muss kein Profi-Tool sein, jeder hat ein Handy. Als Selbstreflektion, Kontrolle, Learning-Tool ... unschlagbar.
Kenne dein Publikum
Es ist klug, sein Publikum zu kennen und Vorlieben einschätzen zu können. Damit kannst du die Setliste entsprechend die anpassen.
Songs mit Respekt
Spiele jeden Song als Ehrung, dass es ihn gibt. Spüre den Geist, Sinn und Gefühl – und bringe das live rüber.
Spiele nicht um dein Ego zu zeigen, wie gut deine solistischen Fähigkeiten sind, sondern gehe mit dem Spirit des Songs,
die Arbeit die bei der Herstellung nötig war, die Geschichte, Bedeutung und technischen Möglichkeiten, die repräsentiert wird.
Bühne mit mehreren Bands
Wenn mehrere Band auf einer Bühne sind, achte auf dein Equipment. Bringe deine Sachen zügig auf und von der Bühne und Garderobe.
Erstelle eine Packliste und prüfe sie am Ende auf Vollständigkeit. Wenn mit Bookern/Veranstaltern gesprochen werden muss/soll,
mach die Zuständigkeit vorher klar, damit die Wechsel reibungslos laufen.
Geld verdienen gehört dazu
Bereite dich bei gigs darauf vor Geld zu verdienen. Merchandise, Hut, Spendenbox oder QR-code zur Playlist.
Weise ggf. auch darauf hin, dass die Barpersonal Trinkgeld schätz. So werdet ihr Verbündete im Geschäft.
Generelles Verhalten
Respektiere Mitmusiker, Publikum, Bewirtung und die Umstände um dieses event stattfinden zu lassen.
Jeder hat andere Lebensumstände, anderen Background, andere Zeiten, Lebensweisen.
Wir müssen nicht alle gleiche Meinungen, Vorstellungen, Stimmungen haben. Gemeinsam steht ihr hier, weil jeder Zeit und Arbeit investiert.
Jeder Gig ist einzigartig
Jeder Gig ist einmalig, für euch und fürs Publikum. Schaffe kleine „Events“: Jubiläen, Specials, Mottotage, Vielleicht hat grade jemand „zufällig“ Geburtstag?
Deshalb jetzt ein Sondergastspiel mit live-Musik. Das stimmt die Leute aufs Feiern ein - und ihr seid der Anlass.
Pünktlichkeit = Respekt
Sei pünktlich bei Proben, Treffen und Gigs. Unpünktlichkeit verschwendet fremde Zeit. Plane deine Anreise mit Routenplaner, kalkuliere die Abfahrtzeiten und Staus. Plane Reserven ein.
Bedenke aber auch, dass du Vorbereitungen stören könntest wenn du zu viel früh dem Veranstalter auf der Pelle hängst und ihm ein Ohr abquatscht.
Fehler
akzeptiere Fehler. Freue dich über Dinge, die du schnell verbessern kannst.
Fheler passieren – wir sind Menschen :- )
Das Publikum hört Musik, Musiker die Fehler.
Singen
Wenn du singen kannst, singe auch auf der Bühne. Wenn Koodination mit Instrument spielen schwerfällt: Übe das.
Du bereicherst die Performance deiner Band um ein weiteres Instrument und du wirkst engagierter auf der Bühne.
Lerne Musiktheorie
Musiker haben eigene Termini, es muss nicht hochtrabend akademisch gelabert werden, aber Grundlagen sind Pflicht:
Akkorde, Dur- und Molltonleiter, rhythmische Begriffe, Intervalle, Songsheets verstehen ist hilfreich,
auch in der Kommunikation untereinander.
Spiele mit besseren Musikern
Hab keine Angst vor besseren Musikern. Tipp: Nutze jede Gelegenheit mit besseren Musikern zu spielen!
Du kannst dabei nur lernen, deine bisherigen Limits erkennen und deren Attitüde und Rangehensweisen mit aufnehmen. Du bekommst Kontakte, das bringt dich weiter.
Selbstvertrauen mit Demut
Selbstvertrauen hilft, Überheblichkeit schadet. Das Publikum liebt Ehrlichkeit, Können und Bescheidenheit und zollt dir entsprechend Anerkennung. Angeber braucht niemand.
Gemeinschaft statt Konkurrenz
Unterstütze andere Bands. Gehe zu deren Gigs, gib positives Feedback, beteilige dich an Online-Beiträgen. Es gibt keine dauerhafte Konkurrenz. Morgen wirst du vielleicht angefragt mitzumachen.
Wir sind in einer Gemeinschaft: Musiker, und wir alle sind begeistert von dieser Materie.
Vergleiche dich richtig
Rede nicht abschätzend über andere Musiker. Vergleich dich nur mit deinem früheren Ich. Es gibt immer bessere, weniger ausgebildete und/oder weniger trainierte Musiker,
oder auch 6-jährige Wunderkinder im Netz mit Hochgeschwindigkeits-licks. Verzweifle nicht im Konkurrenzdenken, lerne von Leuten die dich beeindrucken.
Und: je mehr du weißt, je mehr weißt du, was du alles noch nicht weißt.
Respekt fürs Bar-Team
Lerne Tresenpersonal, Bedienung und Küche – auch gern namentlich - kennen. Sie sind die Seele des Clubs. Sie haben direkten Kontakt zum Publikum. Ihr seid Partner. Respekt zahlt sich aus.
Respektvoll bleiben
Äußere dich öffentlich immer höflich und respektvoll – über Betreiber, Bewirtung, Publikum. Vielleicht weil sie es verdient haben,
vielleicht auch weil eventuelle Mithörer nur Positives aus deinem Mund hört.
Verantwortung
Wenn du gebucht wirst, ist es ein Vertrauensbeweis, dass du die Leute unterhältst, dass genügend Umsatz getätigt wird, damit die Location bestehen kann.
Wenn du als Perspektivwechsel mal in den Blick des Bookers schlüpfst, kannst du gut die Verantwortung erkennen und damit die Bedingungen und Regeln der Veranstaltung,
und respektiere diese, oder nimm den Job erst gar nicht an.
Lernen heißt zuhören
Beim Lernen musikalischer Beiträge gilt als zuerst: Hören - wirklich zuhören. Zuerst verstehen, dann selbst aktiv ans Instrument gehen.
Offen bleiben
Höre verschiedene Musikstile, versuche ein offenes mindset für unterschiedliche genres. Das erweitert deinen Horizont und inspiriert kreativ.
Emotionen
Drücke mit deinem Instrument Emotionen aus. Viele Zuhörer tragen seit Jahrzehnten Gefühle zu Songs in sich. Sie wollen diese auch bei dir gespiegelt sehen.
business Tickets Pausen
Talent und musikalische Fähigkeiten sind super und beeindruckt. Was Veranstalter viel mehr interessiert: wieviel Tickets werden verkauft, wie hoch ist der Tresenumsatz.
Darum sind Werbung, Follower, Netzwerk wichtiger. Clips auf Sozialmedia, Appetizer von den Konzert-Highlights, damit Leute Bock haben euch zu sehen.
Keine Online Präsenz=keine Gigs. Willkommen in unserem Jahrzehnt. Und in den Spielpausen können Getränke verkauft werden.
Darauf hinzuweisen, dass man sich nach dem nächsten Song eine kleine Erfrischung am Tresen holen kann, hilft.
Soundcheck
Der Soundcheck ist immer auch eine öffentliche Präsentation. Booker, Venue-Betreiber, FoH/PA-Leute, manchmal auch schon Publikum sind vor Ort, hören + sehen zu.
Man kann relevante Sachen zum Vospielen vorbereiten, vorher besprechen. Relevant heißt nicht solistisch brillieren wenn beim Gig davon nichts gebraucht wird.
Haltet Diziplin, habt die Level im Griff, was ist mit dem technischen Aufwand? Haltet euch jeweils kurz, seid effizient. Täglich ne halbe Stunde Drum-Soundcheck erfreut nicht Jedermann.
Geht alles zackig, hat die Band schon mal ein dickes Plus, gut fürs Karma und Re-Booking.
Band ≠ Jukebox
Die Band hat den Spannungsbogen des Abends in der Hand und sich darüber Gedanken gemacht. Interaktion mit dem Publikum ist gut, aber da sollte nichts aus der Hand geben.
Wenn ein Songwunsch kommt, ist es gut diesen Beitrag im Entertainment einzubauen, aber der Guide des Abends bestimmt wann was passiert, Energielevel aufs Publikum kommen.
Am Ende der geplanten Songs ist meist noch genügend Freiraum.